Das Projekt

Zielsetzung:

Das ehrenamtliche Projekt zur Förderung der „Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt“ (inflama) möchte qualifizierten Flüchtlingen – unabhängig von dem Ausgang ihres Asylverfahrens – eine Perspektive für ein menschenwürdiges, selbstorganisiertes Leben in Deutschland ermöglichen.

Um dieses Ziel zu erreichen, sehen sich die ehrenamtlichen Projektmitglieder als Vermittler zwischen den Zuflucht suchenden Menschen und den örtlichen Helferkreisen, den kommunalen und regionalen Ämtern und Einrichtungen, Ausbildungsinstitutionen, Unternehmerinitiativen sowie einzelnen Arbeitgebern, mit denen eine enge Kooperation stattfindet.

Dies wird dadurch möglich, dass

  • Asylbewerbern aufgrund der aktuellen Gesetzgebung nach 3 Monaten eine Arbeitserlaubnis erteilt werden kann und bei guter Bleibeperspektive auch ein Integrations-Sprachkurs angeboten wird;
  • bei Personen mit einem Duldungsstatus die individuellen Umstände und Integrationsleistungen bei der Verlängerung der Duldung bzw. bei der Erteilung eines Aufenthaltstitels berücksichtigt werden;
  • der deutsche Arbeitsmarkt dringend qualifizierte Fachkräfte benötigt, so dass insbesondere bei Berufen der Positivliste im Falle eines späteren Arbeitsplatzangebotes eine längerfristige Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis erteilt wird.

Aufgaben:

Das Projekt sieht seine vorrangigen Aufgaben darin,

  • einen persönlichen Kontakt zu den Flüchtlingen aufzunehmen und sie zur regelmäßigen Teilnahme an den von Ehrenamtlichen durchgeführten Sprach-Vorkursen und berufsvorbereitenden Förderkursen zu motivieren;
  • die sprach- und berufsvorbereitenden Förderkurse zu organisieren und durchzuführen;
  • beruflich bereits vorqualifizierten Kursteilnehmern die Aufnahme in ein Ausbildungs- und Arbeitsverhältnis zu verschaffen;
  • Kursteilnehmern mit nachweisbarer Berufsausbildung zu deren Anerkennung zu verhelfen;
  • Hochqualifizierten über die Blue Card ein Bleiberecht zu ermöglichen;
  • Kursteilnehmer beim Erlernen der deutschen Sprache zu begleiten und ihnen den Zugang zu Sprach- bzw. Integrationskursen mit Zertifikat bei anerkannten Sprachinstituten zu ermöglichen;
  • und ihnen mittelfristig eine förderliche Wohn- und Lernumgebung zu vermitteln.

Auswahl von arbeitssuchenden Flüchtlingen in den Gemeinschaftsunterkünften:

Voraussetzung für eine erfolgreiche berufliche Integration ist eine vertrauensvolle zwischenmenschliche Beziehung, die möglichst durch persönliche Patenschaften ergänzt wird. Im Rahmen des berufsvorbereitenden Förderkurses findet ein Bewerbungstraining statt, das u.a. eine Zuordnung der Arbeitssuchenden nach bisheriger Berufsausbildung und Berufserfahrung berücksichtigt. Dies wird in Form eines Lebenslaufes erfasst und dokumentiert.

Aufgrund der Vorqualifikation wird untersucht, ob auf Basis vorhandener Nachweise der Beruf in Deutschland anerkannt werden kann oder ob eine Berufsausbildung in einem Beruf der Positiv-Liste sinnvoller erscheint.

Vermittlung in ein Ausbildungsverhältnis mit entsprechender Vorbereitung

Erscheint die Aufnahme einer Berufsausbildung erfolgversprechend, werden die Bewerber ausbildungswilligen Betrieben vorgestellt.

In Abstimmung mit den Betrieben wird ein differenziertes Vorgehens-Modell umgesetzt. Dieses beinhaltet – je nach individuellen sprachlichen oder beruflichen Vorkenntnissen – den Besuch eines Sprach- bzw. Integrationskurses Deutsch mit Abschlusszertifikat (z.B. B1 bei einer Sprachenschule), und/oder ein Berufsvorbereitungs-Praktikum zur Eignungsprüfung des Bewerbers, das zugleich die berufspraxisbezogene Sprachkompetenz fördert.

Für den auszubildenden Betrieb ist von Vorteil, dass sich die bereits vorqualifizierten Bewerber aufgrund ihrer vorhandenen Berufserfahrung und erworbenen Sprachkompetenz im Betriebsablauf leichter integrieren lassen bzw. integrieren können.

Vorgehensmodelle:

Modell 1
Integrationskurs, um die notwendigen Sprachfähigkeit für die Berufsschule zu erreichen.

Die Teilnahme am Integrationskurs Deutsch während oder vor Beginn des Praktikums gewährleistet das für die Berufsschule notwendige Sprachniveau B1.

Modell 2
Praktikum im Rahmen der Berufsausbildung

Diese Vorbereitungszeit dient zum Erlernen der berufsbezogenen Sprache, sowie zum Aneignen von berufsspezifischen Fertigkeiten. Die Eignung und Motivation des Bewerbers im Hinblick auf die Berufsausbildung soll erkennbar werden.

Modell 3
Berufsausbildung in einem Beruf der Positiv-Liste

Gemäß § 6 Absatz 2 Satz 1 Nr. 2 Beschäftigungsverordnung: Zuwanderung in Ausbildungsberufe hat die Bundesagentur für Arbeit festgestellt, dass für die auf dieser Liste aufgeführten Berufe die Besetzung offener Stellen mit ausländischen Bewerberinnen oder Bewerbern arbeitsmarkt- und integrationspolitisch unter bestimmten Voraussetzungen verantwortbar ist.

Praktische Umsetzung

  • Kontaktaufnahme zu den regionalen Betrieben und Unternehmen
  • Persönliche Vorstellung des Bewerbers beim Ausbildungsbetrieb in Begleitung eines Paten
  • Abschluss eines Ausbildungsvertrags im Falle der voraussichtlichen Eignung
  • Vorlage des unterschriebenen Ausbildungsvertrags bei der Ausländerbehörde zur Änderung des Aufenthaltsstatus‘
  • Abschluss eines Praktikumsvertrags bis zum Ausbildungsbeginn
  • Teilnahme am Integrationskurs „Deutsch für Ausländer“ zum Erreichen des für die Berufsschule notwendigen Sprachniveaus B1
  • Finanzierung des Integrationskurses nach einem individuell angepassten Finanzierungsmodell, z.B. durch öffentliche Fördermittel, Stipendien, private oder betriebliche Zuschüsse, verbleibende Selbstkosten des Teilnehmers (z.B. zinsloses Ausbildungsdarlehen, Mini-Job-Verdienst).